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Der Blog für melancholiche Texte und Kurzgeschichten
 
 

Bushaltestellen

Einsam sitze ich an einer Haltestelle. Es ist Winter, ich kann kaum tippen, weil meine Finger so steif sind. Trotzdem warte ich hier auf meinen Bus. Aber wenn wir ehrlich sind, ich glaube ich habe ihn verpasst. Ich glaube zumindest nicht das er schon über eine halbe Stunde Verspätung hat... Die Kleinkindergruppe steigt endlich in den Bus nach Triptis ein und, nein, mein Bus ist nicht dieser. Meiner fährt in die entgegengesetzte Richtung. Hoffe ich zumindest, ansonsten hab ich ihn schon dreimal verpasst. Kleines Rätsel für zwischendurch: Warum fährt der Bus nach Triptis dreimal und der nach Pößneck nur einmal in der Stunde? Ja, mir ist das auch ein Mysterium! Wie dem auch sei, der Wunsch nach einer Kippe, den ich die letzten Tage öfters mal empfand, verschwand in dem Moment, als der Herr neben mir sich eine anzündete. Dieser trank nebenbei noch ein Bier und dieser Mischgeruch aus PallMall und Alkohol ist so gar nichts für meine Nase. Trotzdem war mir der Mann nicht unsympathisch, denn er hatte zwar den leichten Anschein eines Penners, roch aber weder danach noch verhielt er sich so. Telepathisch führten wir ein hoch intelleektuelles Gespräch. Irgendwann verschwand er für eine Weile aus meinem Blickfeld, ließ jedoch seine Tasche bei mir stehen. Was wohl eindeutig von Vertrauen zeugte. Ich sah ein wenig später wieder, wie er die Fahrpläne studierte. Hach ja, der einfache Mann, in einer einfachen Umgebung. Keine Ahnung ob er selber auf einem Bus wartete. Ich ging bevor er sich besaufen konnte. Immerhin ist mir mein Leben und mein Tablet was wert. Ich spürte seinen Blick in meinem Rücken, was ich auch bestätigten kann, denn als ich mich umdrehte und noch einmal auf die Haltestellen schaute, sah er mich an. Also schlenderte ich weiter, immer in Richtung Wohnzimmer. Ich schreibe das hier wohlgemerkt im laufen. Ich sag bescheid, wenn ich hingeflogen bin. Lustiger Fact für Zwischendurch: Just in dem Moment, wo ich das mit dem Hinfallen schreibe, knall ich doch tatsächlich gegen eine Schranke. *Palm face*! Um mich von den Schmerzen nahe meiner Hüfte (es war 'ne niedrige Schranke...) zu erholen, setzte ich mich in den Park. Hier bin ich zu folgender, weltverändernder Erkenntnis gelangt: Die Stadt hat schöne Laternen! Mir ist kalt und gleich kommt ein Zug. Mit herzallerliebsten Grüßen SG

12.12.14 14:57

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